Gestern nacht habe ich eine Doku gesehen ueber die Ueberfaelle auf die

Fluechtlingslager in Palaestina (oder so) in den 80-er Jahren.

Dort kamen nur die Taeter zu Wort.

Lange Rede kurzer Sinn, sie haben eben beschrieben wie sie

Frauen vergewaltigt und danach umgebracht haben, Maenner sowieso

und Kinder auch weil sie einmal dabei waren.

Mal davon abgesehen dass ich es hammerhart finde Leute in Fluechtlingslagern

umzubringen musste ich dabei an den im Titel genannten Jazzmusiker und Jude

denken.

Er selbst war zu jener Zeit in der juedischen Armee und hat in einem

Interview gesagt (auf DLF, kann ich nur empfehlen) dass das was die

Juden da mit den Palaestinensern gemacht haben dem gleich kaeme,

was Hitler seinerzeit mit den Juden gemacht hat.

Das fand ich damals schon sehr bedrueckend und erschreckend,

aber mir kamen auch Zweifel auf ob man denn so einen Vergleich

wirklich bringen koennte.

Nach der Doku waren diese aber alle beseitigt.

Es ist schon irgendwie krass was „normale“ Menschen den

anderen antun (was fuer ein bleodes Wort :-)) koennen, und

das nur fuer Geld oder sonstige andere persoenliche Inkompetenzen.

Parallelen zu Guantanamo und aehnlichen Sachen lassen sich

auch nicht unbedingt verleugnen.

Wie muss man eigentlich drauf sein um solche Sachen zu machen?

Der Typ der die Frau vergewaltigt hat und sie danach erschoss hat

zu seinen Kameraden gesagt: „Wann komm ich sonst schonmal

dazu so zu ficken?“

Tja, ehrlich gesagt, wahrscheinlich nie, und damit hat er wohl Recht.

Aber was bewegt ihn dazu es auch so zu machen?

Macht ueber andere die er sonst nie hat?

Trieb?

Geilheit?

Ich versuch schon die ganze Zeit mich in diese Menschen hinein

zu versetzen, und ehrlich gesagt, ich koennte nicht 100%-ig ausschliessen

genauso gehandelt zu haben, aber warum?

Unter „normalen“ Umstaenden wuerde man das ja nie machen,

aber dort interessiert es keinen, man hat ja sozusagen einen

Freibrief…

Ist das alles?

Ist das der Mensch?

Von der Gesellschaft! dazu getrieben?

Fragen ueber Fragen und mal wieder keine Antworten.

Zumindest keine befriedigenden, wobei ich denke, wenn

man nicht selbst dabei war wird es diese auch nie geben.

Vlt. war es auch einfach nur der Gedanke es diesen

Palaestinensern einfach mal zu zeigen, ihnen zu zeigen

dass sie nichts Wert sind, ihnen zu zeigen dass sie

der Abschaum sind?

Aber warum sollen sie das ueberhaupt sein?

Was bringt einen dazu so zu denken, alte Feindschaften?

Ignoranz?

Oder doch wieder nur einfach das Gefuehl endlich mal

Macht ueber jemanden zu besitzen?

Egal wen?

Die die das gemacht haben waren ja nicht mal unbedingt

Juden, eher Soeldner im Dienste jener.

Gescheiterte? Menschen?

Ohne Ziel, ohne Zukunft?

Gepraegt von Tod und Verderbnis?

Von der Tatsache dass es vlt. kein Morgen gibt?

Und falls doch, dass Rechenschaft kein Thema ist?

Wer von uns hat nicht schonmal daran gedacht Dinge

zu machen die einfach „gesellschaftlich“ nicht in Ordnung

sind, solang sie keine Konsequenzen nach sich ziehen?

Oder ist gerade das der Witz an der Gesellschaft.

Persoenlichen Nutzen ohne Nachteile, wer wuerde

das ausschlagen, egal in welche Richtung es geht?

Ich kann gar nicht aufhoeren darueber nachzudenken.

Man stell sich das mal genau vor.

Du kommst in einen Raum, darin sitzen, liegen oder stehen

2 Frauen, 3 Kinder und ein Mann, ohne darueber nachzudenken

erschiesst du sie einfach, eben einfach so, obwohl sie

keine Lebensgefahr fuer dich selbst darstellten.

Wozu?

Was soll der Mist?

Der naechste Witz ist ja dass die die da einfach getoetet haben

ebenso gezeichnet sind fuer ihr Leben, das geht an niemandem

spurlos vorbei (wie auch mehrmals bestaetigt wurde in der Doku).

Das ist ja auch nicht unbedigt positiv fuer die eigene Lebenserwartung.

So, nu reichts aber, Gedanken dazu waeren mir sehr sehr willkommen.