wurden alle Kontrastschauer mal wieder ein

Stueck schlauer.

Wie ich neulich mitbekommen hab ist ja mal wieder

ein Amoklaeufer durch irgend eine Schule gerannt

und hat Menschen umgebracht, also hier in Deutschland.

Seit dem kocht ja mal wieder die Debatte um die „Killerspiele“

so brodelnd dass man denken muss der Untergang waer

mit diesen Spielen eingeleitet worden.

Aber was gestern bei Kontraste gezeigt wurde ist echt

der Gipfel.

Bloederweise hab ichs nicht gesehen, gluecklicherweise

findet man aber im Internet eine textuelle Abfassung

ueber den Spot, und zwar hier:
kontraste

Diese Art der Berichterstattung grenzt schon fast

an Debilitaet, unglaublich.

Da wird unter anderem folgendes geschrieben und behauptet:
„Dabei hat eine aktuelle Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen mit 23.000 Schulkindern bewiesen: Brutale Computerspiele fördern die Gewaltbereitschaft vornehmlich männlicher Jugendlicher und vermindern die geistigen Fähigkeiten bei Kindern.“

Quelle?

Ich kann auch behaupten dass eine Studie x den

Gebrauch von Konsumartikel y zum geistigen

Verfall der Macher von solchen Sendungen wie

Kontraste gefuehrt hat, aber ohne Quelle ist das

irgendwie sinnlos, oder?
„Denn diese Killerspiele animieren nicht nur verzweifelte Einzeltäter: Sie sorgen dafür, dass ganz viele Kinder verdummen und verrohen.“

Studien und Quellen dafuer?

Noch eine Behauptung ohne Beleg.
„Der Amokläufer von Emsdetten war ein Außenseiter. Auffällig: er inszenierte schon vorher Erschießungen zum Spaß. Er war ein Fan brutaler Computerspiele. „

Ahso, gibt es da einen Zusammenhang?

War er ein Aussenseiter weil er brutale Computerspiele gespielt hat?

Ich persoenlich bin auch ein Fan, oder war es von solchen Spielen,

bisher hab ich bei mir noch keine Neigung zu Amoklaeufen entdeckt.
„Das gab es schon einmal. Im April 2002 stürmte in Erfurt ein Jugendlicher seine ehemalige Schule. Er erschoss 16 Menschen. Auch er war Fan von brutalen Computerspielen.“

Endlich, da ist er der Beweis, zwei Amoklaeufe, zwei Killerspielespieler.

Na dann, lasst uns doch alle Spieler einsperren und wir sind

auf der sicheren Seite.
„Karl-Heinz Gasser, Innenminister Thüringen

„Der Täter hatte sich trainiert an solchen Gewaltvideos, die außerordentlich gefährlich sind aufgrund des Gewöhnungseffektes und wenn die entspreche Konstellation noch dazukommt, dass man Gewalt ausüben will, kann man sich darauf einstellen, man kann es trainieren.“ „

Schon allein fuer diesen Satzbau sollte ein Innenminister

entlassen werden, aber egal, ich folger aus dieser

Aussage dass auch alle Kampfsportarten verboten werden

muessten, mal schauen wann das kommt.
„[Studienquatsch ueber Auswirkungen von bla bla bla

und blub blub blub]“

Wieder einmal keine Quelle^^
„Prof. Manfred Spitzer, Psychiater und Gehirnforscher

„Wenn man einfach Leute vor ein Computerspiel setzt und hinterher guckt, wie gehen die entweder mit Sachen oder miteinander um – man kann das ja filmen“

Toll was man heutzutage nicht alles kann *narf
„- und dann findet man, dass die, die gewalttätige Computerspiele gespielt haben, dass die hinterher gewalttätiger sind, und zwar in ihrem Verhalten, das kann man messen.“

So So messen also, tolle Sache, da faellt mir auf, den Verbloedungsgrad

von bezahlten Fachidioten kann man an ihren inkomptenten

Bemerkungen messen.

Ok, jetzt kommen mal ein paar Zeilen die tatsaechlich

der Wahrheit entsprechen moegen, die ersten immerhin

nach diesem geballten Haufen von Verallgemeinerungen

und Klischeedenken, Glueckwunsch!

„Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen

„Am Ende haben wir uns auf Mittelschichtsjugendliche konzentriert, deren Eltern ein höheres Bildungsniveau haben, die sehr liebevoll mit ihren Kindern umgehen und sie überhaupt nicht schlagen. Und wir haben nur deutsche Jungen genommen, also von daher alle Faktoren konstant gehalten, die bedeutsam sind. Und dann zeigen sich riesige Leistungsunterschiede zwischen denen, die regelmäßig brutalste Computerspiele spielen und anderen, die das nie tun.“

Die Schulnoten sind umso schlechter, je brutaler die Spiele sind“

Wie man nun aber die Brutalitaet der Spiele misst hat uns

mal wieder keiner verraten.

„Und am spannendsten finden sie die besonders brutalen Spiele, die erst ab 16 oder 18 Jahren zugelassen sind. Zum Beispiel GTA: San Andreas, frei ab 16, bei den zehnjährigen auf Platz vier der Beliebtheitsskala.“

Und hier kommen wir nun zu einem Knackpunkt an dem

Entscheidungstraeger offensichtlich mal wieder scheitern,

oder aufgrund ihrer Faulheit oder Inkompetenz scheitern

wollen.

  1. GTA Dingsbums ist er ab 16 freigegeben, trotzdem spielen

es auch 10-jaehrige Kinder.

Was bringt also ein Verbot der Spiele?

Nichts, fuer die 10-jaehrigen ist das Spiel doch verboten,

trotzdem haben sie Spass damit.

  1. Wie kommt es dazu dass 10-jaehrige solche Spiele spielen?

Sind da nicht eher die Eltern gefragt?

Muesste man nicht also an anderen Stellen ansetzen?

Die Ursachen beheben?

Nein, das waer ja viel zu teuer.

„Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen

„Die Industrie lebt doch davon, dass möglichst viel davon verkauft wird. Und wenn das nur die Erwachsenen kaufen würden, damit würde sie ihren Gewinn nicht machen. Der Jugendmarkt ist es, auf den sie eigentlich abzielt.“ „

Oha, wieder mal eine ueberraschende Neuigkeit.

Erinnert mich irgendwie an die Tabakindustrie, die Alkoholindustrie,

die Lobbyisten, usw., usf.

Fuer alle die es noch immer nicht verstanden haben,

das ganze nennt sich Gesellschaft und wurde von uns erschaffen.

„Studien belegen, Kinder und Jugendliche spielen kaum Spiele, die verboten sind, die auf dem Index stehen. Verbote wirken also. „

Das ist auch einer der Brueller ueberhaupt.

Die Leute widersprechen sich doch glatt in ihrem

eigenen Artikel.

Und hier mein Lieblingssatz zum Schluss, den lass

ich mal unkommentiert.

Prof. Manfred Spitzer, Psychiater und Gehirnforscher

„Aus meiner Sicht wird es höchste Zeit, dass wir uns heute ganz drastisch gegen diese Dinge wehren, denn ein paar Leute verdienen sehr viel Geld damit, dass es der gesamten Gesellschaft in 20 Jahren schlechter geht, weil die Leute intellektuell nicht mehr so weit sind und weil sie insgesamt gewaltbereiter sind. Und das dürfen wir nicht zulassen.“ „

Interessanterweise hat dieser Sebastian oder wie

der hiess einen Abschiedsbrief im Internet veroeffentlicht,

und ein paar Videos dazu, die natuerlich so schnell wie

moeglich von den Servern entfernt wurden.

Diesen Brief kann man hier nachlesen:
Abschiedsbrief

Interessanterweise findet man hier Probleme wieder

die allen Jugendlichen begegnen, heute wie frueher.

Aber anstatt der Jugend unter den Arm zu greifen

werden Klischees von den Medien weiter forciert,

tut die Politik alles um noch mehr Gelder fuer unsere

Jugend zu kuerzen.

Das Eltern, sofern sie denn Arbeit haben, entweder

den ganzen Tag schuften muessen, oder der Vater

staendig auf Montage ist weil er im Ort keine Arbeit

findet, all das wird irgendwie von unseren Entscheidungstraegern

mit keinem Wort erwaehnt.

Abschliessen moechte ich gern mit einem Kommtar von einem

Heiseleser:
„Erst wenn die letzte LAN-Party geschlossen, das letzte „Killerspiel“

verboten und das Internet zensiert ist, werdet ihr erkennen, dass man

seine Kinder doch erziehen muss ;)“