Ich hab lang ueberlegt ob ich zum Thema „Deutschland und

die Fettsucht“ was schreiben soll oder nicht, nachdem

ich aber vorhin im Weltspiegel wieder davon gehoert

hab komm ich nun nicht drum rum.

Zum Thema werde ich jetzt einige Fakten und Spekulationen

meinerseits auftragen, wobei sich einige Thesen auf

die Buecher von Udo Pollmer stuetzen der mein Weltbild

in der Richtung Essen und Sport gehoerig umgeworfen hat.

Deutschland hat ja nun mittlerweile die meisten fetten

Mitbuerger Europas.

Erste Frage die mir dazu einfaellt:

Wo sind die denn alle?

Wenn ich unterwegs bin seh ich kaum dicke Menschen,

in der Uni wuerde ich die Quote der dicken Mitkommilitonen

auf ca. einen von 50 schaetzen.

Laut Freie Presse ist aber in Sachsen bereits jeder zweite

Einwohner mind. leicht uebergewichtig.

Daraufhin hab ich auch mal meinen BMI ueberprueft und

siehe da: ich gehoer dazu.

Mit einem BMI von knapp ueber 25 gehoere ich zu den

50% der uebergewichtigen.

Ok, ein kleiner Bauch ist da, aber uebergewichtig?

Naja, schon irgendwie fragwuerdig.

Wissenswert ist hier auf jeden Fall dass der

BMI eigentlich gar keine Aussagekraft hat,

fragt doch mal einen euch bekannten Bodybuilder

was der fuer einen BMI hat und welchen Fettanteil.

BTW. der Grenzwert fuer Uebergewichtige wurde in

den 90-er Jahren von der WHO 27 auf 25 runterkorrigiert

und schlagartig waren viele viele Menschen auf

der Welt dick.

Schon irgendwie ein komisches Verfahren find ich.

Ein naechster interessanter Punkt fuer mich ist

die Krankheitsthese.

Dicke verursachen unheimliche viele Kosten und immer

wieder muessen Statistiken dafuer herhalten,

neugierig wie ich bin hab ich mich mal auf die

Suche nach konkreten Zahlen gemacht, und leider

keine gefunden. Es werden uns ja leider immer

nur die Ergebnisse einer Studie mitgeteilt,

aber genau nachlesen konnte ich bis jetzt noch

keine.

(Wer dazu etwas findet moege mich gern informieren

damit da mal etwas Licht in mein Dunkel kommt.)

In meiner persoenlichen Verwandt- und Bekanntschaft

kenn ich zwei stark Uebergewichtige (und das schon

seit vielen Jahren) von geschaetzten 50 Bekannten

insgesamt, find ich jetzt nicht so viel.

Das interessante ist dass es denen gesundheitlich

relativ gut geht.

In diesem Bekanntschaftskreis gab es bis jetzt

2 Herzinfarkte, betroffen davon waren aber

beide male schlanke Bekannte mit einem BMI

von unter 25 und nicht die uebergewichtigen,

auffaellig hierbei war auch die Tatsache dass

beide in ihrem Leben viel Stress hatten/haben.

Wo wir gerade beim Stress sind, am Freitag

hab ich im Radio gehoert das 54% der Deutschen

Ueberstunden machen.

Tja, wem faellt was auf? 54% machen Ueberstunden

und ca. 50% der deutschen sind uebergewichtig.

Das waer eine Korrelation die mal genauer

untersucht werden muesste meiner Meinung nach.

Udo Pollmer vertritt die These das man als

Mensch so essen sollte wie man sich fuehlt,

hab ich Hunger auf Butter, dann ess ich eben

Butter, usw. usf.

Er begruendet das damit dass der Hunger einer

der Triebe ist die nicht bewusst gesteuert werden

koennen und sich unser Koerper das nimmt was er

braucht, er weiss also intuitiv was fuer ihn

richtig ist.

Dazu muss ich glaub ich nicht viel mehr sagen,

es macht mein Leben zumindest wesentlich angenehmer.

Nicht mehr permanent darueber nachdenken zu muessen

wieviel ich heut schon gegessen hab, was ich

wovon schon gegessen hab, von den Menschen

die alle Kalorientabellen auswendig kennen

moecht ich gar nicht erst anfangen.

Sprich, Essen ohne schlechtes Gewissen,

Essen um zu geniessen, um zu leben.

Im Weltspiegel interviewte man zwei chinesische

Familien mit jeweils einem fetten Kind.

Beide Familien sagten aus dass sie ihr Kind

in ihrer Jugend ueberfuettert hatten,

nach dem Otto, na los, iss doch noch einen

Happen, und einer geht immer noch, sprich

das natuerliche Essverhalten der Kinder

wurde zerstoert, die koerpereigene Hungerregulation

wurde zu nichte gemacht, fuer mich der Hauptgrund

warum die Kinder so dick wurden.

In der Reportage wurde natuerlich noch das

vor dem Computer hocken als Grund mit angebracht,

was aber wohl ausgemachter Schwachsinn sein duerfte.

Wenn ich in meine Jugend zurueck schau hatte ich auch

eine Phase, mit 14 ungefaehr, in der ich ca. 1 Jahr fast

jeden Nachmittag vorm Rechner sass und mit einem

Freund irgendwas gespielt hab, in dieser Phase

bin ich auch total an Schokolade festgegangen.

Das ging so weit dass wir vor dem Spielen immer

in die Kaufhalle gegangen sind und uns Schokolade

gekauft haben.

In dieser Zeit habe ich ungelogen jeden Tag

mind. eine Tafel Nougatschokolade gegessen, einfach

so, ohne schlechtes Gewissen.

Gewichtszunahme = 0kg.

Komisch, laut gaengiger Theorie haette ich in dem

Jahr rund und fett werden muessen.

Tatsaechlich hab ich erst waehrend des Studiums

angefangen zuzunehmen (Mit ca. 23).

Geaendert habe ich an meinem Leben ueberhaupt nichts.

Ich fuhr immer noch jeden Tag mit dem Rad, ging 3-4

mal die Woche zum Sport, im Sommer schwimmen usw. usf.

Trotzdem nahm ich kontinuierlich jedes Jahr ungefaehr

ein Kilo zu.

Es entwickelte sich bei mir der Richter’sche Bauch,

wie meine Mutter zu sagen pflegt.

Mein Vater hat den, und mein Grossvater auch, und mein

Urgrossvater sowieso, so eine kleine Kugel vorne dran

gegen die anscheinend keiner meiner Vorahnen etwas tun

konnte.

Offensichtlich spielen die Gene doch eine groessere

Rolle bei der Fettverteilung in der Gesellschaft.

Vor 3 Jahren wog ich das erste mal 80 kg, unwissend

wie ich wahr hab ich mir geschworen abzunehmen,

und habs auch geschafft, ueber 2 1/2 Jahre hab ich

ungefaehr 74 kg gehalten.

Aufgrund persoenlicher Probleme war damit vor

3 Monaten Schluss, zack waren die 6 kg

mehr wieder drauf, innerhalb von 3 Wochen.

Seitdem hat sich mein Essverhalten wieder

etwas reguliert (ohne persoenliches zutun!)

und ich nehm nicht mehr zu.

Ich hab jetzt beschlossen den Selbstversuch:
„Iss-was-du-willst-und-schau-ob-du-wesentlich-zunimmst“

zu starten.

Theoretisch sollte ich nicht signifikant ueber 82kg

hinausschiessen (Welches mein persoenlicher Setpoint

zu sein scheint), sollte dies doch passieren werd

ich mich wieder quaelen und abnehmen.

Was ich eigentlich sagen will.

  1. Lasst euch nicht von dieser kuenstlichen

Hysterie anstecken.

  1. Essen ist Leben

  2. Nicht essen ist Qual.

  3. Ein paar kilo zu viel sind

kein Weltuntergang, im Gegenteil, ein paar Fettreserven

koennen z.B.bei Krankheiten durchaus von Vorteil sein.

  1. Erzieht eure Kinder bloss nicht im Bezug aufs

Essen, lasst sie selbst entscheiden und bietet ihnen

einfach eine vielfaeltige Nahrungsangebotauswahl,

sie werden intuitiv das fuer sie richtige essen.

  1. Quaelt euch nicht zu sehr mit Sport, wer

10h am Tag auf dem Bau schuftet muss abends nicht

noch im Fitnesscenter Rad fahren.

  1. Esst Schokolade wenn euch danach ist,

ohne schlechtes Gewissen! Das ist es

was eigentlich kaputt macht.

  1. Diskriminiert Dicke nicht so als waeren

es Aussaetzige, sie sind Menschen wie du und ich.

  1. Wenn ihr euch schon selbst kasteit dann achtet

wenigstens darauf nicht in die Magersucht oder Bulimie

abzurutschen, diese Krankheiten sind wesentlich schlimmer

als „fett“ zu sein.

  1. Hinterfragt auch mal das was euch staendig von

den Medien als die absolute Wahrheit vorgetragen wird!